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Ready for the next step

NRW setzt voll auf die nächste digitale Revolution, die Industrie 4.0

Bild oben: Bei seinem Besuch im Spitzencluster it´s OWL überzeugte sich Bundespräsident Joachim Gauck von den Einsatzmöglichkeiten der Augmented Reality ((Foto: it´s OWL Clustermanagement))
Indus­trie 4.0, kurz I 4.0, ist das Me­gathe­ma unser­er Zeit. Ob Cy­ber-ph­y­sische Sys­teme, In­ter­net der Dinge, ad­di­tives Man­u­fac­tur­ing oder Dezen­tral­isierung der Wertschöp­fungs­kette, I 4.0 bringt in­tel­li­gente Ver­net­zung von Men­schen, Maschi­nen und Werk­stück­en in unsere Un­terneh­men. Wobei „brin­gen“ im Falle Nor­drhein-West­falen die falsche For­mulierung ist, denn dank sein­er Forschungsin­sti­tute, Exzel­lenz- sowie Spitzen­clus­ter und viel­fach­er be­trie­blich­er Forschung- und En­twick­lung ist NRW als globaler Vor­reit­er in Sachen I 4.0 und weltweit in aller Munde.
Nor­drhein-West­fahlen ist eine Re­gion mit großer wirtschaftlich­er Tra­di­tion. Ein Land, his­torisch geprägt durch Berg­bau und Stahl, und doch auch ein Ort fortschrei­t­en­der Dig­i­tal­isierung. Ganze Land­striche haben sich im Rah­men des Struk­tur­wan­dels geän­dert, und allen vo­ran prä­gen Chemie, ITK, Elek­tro und der Maschi­nen­bau den Wan­del. Let­zter­er ist dabei eine der maßge­blichen Triebfed­ern der I 4.0 und prägt mit dem Clus­ter Pro­duk­tion­N­RW des Ver­bands Deutsch­er Maschi­nen- und An­la­gen­bau VD­MA NRW als Kom­mu­nika­tions- und Knoten­punkt für alle rel­e­van­ten Ak­teure rund um das The­ma die Förderung der Idee I 4.0 in der heimischen Wirtschaft. „Das stetige Streben nach In­no­va­tio­nen ist heute und zukünftig der entschei­dende Fak­tor für die Spitzen­stel­lung des nor­drhein-west­fälischen Maschi­nen­baus“, erk­lärte un­längst Wolf D. Mei­er-Scheu­ven, Clus­ter­sprech­er Pro­duk­tion­N­RW. „Be­deu­tende In­no­va­tio­nen gelin­gen sel­ten im Allein­gang. Ver­net­zung in­n­er­halb und außer­halb tra­di­tioneller Branchen­def­i­ni­tio­nen – na­tio­n­al und in­ter­na­tio­n­al – ist insbe­son­dere bei der Um­set­zung ein­er In­dus­trie 4.0 eine wichtige Er­weiterung der ei­ge­nen Möglichkeit­en.“

Net­zw­erk it‘s OWL

Bei seinem Besuch im Spitzencluster it´s OWL überzeugte sich Bundespräsident Joachim Gauck von den Einsatzmöglichkeiten der Augmented Reality ((Foto: it´s OWL Clustermanagement))
Bei seinem Be­such im Spitzen­clus­ter it´s OWL überzeugte sich Bun­de­spräsi­dent Joachim Gauck von den Ein­satzmöglichkeit­en der Aug­ment­ed Re­al­i­ty ((Fo­to: it´s OWL Clus­ter­ma­n­age­ment))

Ver­net­zung ist das Za­u­ber­wort bei der Um­set­zung von I 4.0 in NRW. Das Tech­nolo­gie-Net­zw­erk In­tel­li­gente Tech­nische Sys­teme Os­t­West­falen­Lippe (it‘s OWL) ist dabei das führende Spitzen­clus­ter in Deutsch­land. Im Net­zw­erk it´s OWL en­twick­eln seit 2011 über 170 Un­terneh­men und Forschung­sein­rich­tun­gen konkrete Lö­sun­gen für I 4.0 und machen sie für KMUs ver­füg­bar. Dabei ge­ht es nicht nur um Tech­nolo­gien, son­dern auch um die Auswirkun­gen auf die Ar­beitsbe­din­gun­gen und An­forderungspro­file.
Kernkom­pe­tenz von it´s OWL ist die in­tel­li­gente Au­to­ma­tisierung. Welt­markt­führ­er wie Beck­hoff, Hart­ing, Lenze, Phoenix Con­tact, Wa­go oder Wei­d­müller en­twick­eln dazu in Clus­ter­pro­jek­ten neue Lö­sun­gen. Mit einem Baukas­ten­sys­tem für ef­fiziente An­trieb­s­lö­sun­gen von Lenze ist es Un­terneh­men beispiel­sweise möglich, bis zu 35 Prozent En­ergie und Res­sour­cen in der Pro­duk­tions­l­o­gis­tik zu sparen. Phoenix Con­tact hat für Kom­po­nen­ten wie Steuerun­gen oder Profinet-Feldgeräte eine Au­tokon­fig­u­ra­tions-Funk­tion und ein Bild­verar­bei­tungssys­tem en­twick­elt. Durch dig­i­tales En­gi­neer­ing ist es gelun­gen, den Aufwand für das Ein­stellen und Um­rüsten von Maschi­nen um 30 Prozent zu re­duzieren. Ein De­mon­s­tra­tor für den Schaltschrank­bau er­möglicht die Fer­ti­gung in­di­vi­d­u­al­isiert­er Ar­tikel bei durchgängiger Daten­in­te­gra­tion. Das Ver­fahren wird bei Krones, einem in­ter­na­tio­n­al führen­den Her­steller in der Abfüll- und Ver­pack­ung­stech­nik, bere­its zur Er­stel­lung in­di­vi­du­eller Klem­men­leis­ten einge­set­zt, die in den rund 8.500 pro Jahr ge­fertigten Schaltschränken in­s­tal­liert wer­den.
Im Tech­nolo­gie-Net­zw­erk wer­den Geschäftspotenziale für die in­tel­li­gente Fer­ti­gung ge­mein­sam er­schlossen. Seit dem Start von it´s OWL wur­den 30 Un­terneh­men ge­grün­det und 24 Geschäft­skonzepte en­twick­elt. Ein Beispiel ist das Soft­ware-Haus ver­linked aus Pader­born, das sich auf die En­twick­lung von pass­ge­nauen In­ter­net-der-Dinge-Lö­sun­gen spezial­isiert hat. Hi­er­durch wer­den so­wohl die Ver­net­zung von tech­nischen An­la­gen und Maschi­nen (M2M-Kom­mu­nika­tion) als auch die Kom­mu­nika­tion mit Din­gen des alltäglichen Lebens (Con­sumer IoT) er­möglicht.

Grund­la­gen­forschung in Aachen

Wolf D. Meier-Scheuven, Clustersprecher ProduktionNRW
Wolf D. Mei­er-Scheu­ven, Clus­ter­sprech­er Pro­duk­tion­N­RW


Ein weit­eres I 4.0-Net­zw­erk, das den Stan­dort NRW prägt und sich vor allem der Grund­la­gen­forschung ver­schrieben hat, ist das Exzel­len­z­clus­ter In­te­gra­tive Pro­duk­tion­stech­nik für Hochlohn­län­der der RWTH Aachen. Das Clus­ter blickt dabei auf ne­un Jahre er­fol­greiche Forschungsar­beit und enorme Weit­er­en­twick­lung im Bereich der Pro­duk­tion­stech­nik zurück und ist, be­zo­gen auf die En­twick­lun­gen rund um die vierte in­dus­trielle Evo­lu­tion, als eines der wichtig­sten Pro­jekte zur Er­möglichung des Wan­dels hin zur dig­i­tal­en und ver­net­zten Pro­duk­tion bekan­nt. In der Exzel­len­z­clus­ter­forschung wur­den dabei schon früh wesentliche As­pekte und Fak­toren der I 4.0 in­s­tal­liert, um den Prozess der in­dus­triellen En­twick­lung zu besch­le­u­ni­gen. Dazu zählen das Schaf­fen von in­tel­li­gen­ten Pro­duk­tionssys­te­men, die ef­fiziente Her­stel­lung kun­denin­di­vi­du­eller Bauteile, das durchgängige Prod­uct Life­cy­cle Ma­n­age­ment und die zuneh­mende Ver­net­zung und Zusam­me­nar­beit. Diese ist bere­its im struk­turellen An­satz des Clus­ters, beste­hend aus über 25 In­sti­tuten und Forschung­sein­rich­tun­gen und mehr als 80 beteiligten Wis­sen­schaftlern aus den Bereichen Maschi­nen­bau, Ma­te­rial­wis­sen­schaft sowie Au­to­ma­tisierung, In­for­matik, Be­trieb­swirtschaft­slehre und Psy­cholo­gie, erkenn­bar.
Für Un­terneh­men liegt ger­ade in der Dig­i­tal­isierung und Ver­net­zung von Mi­tar­beit­ern und Maschi­nen un­ter- und mitei­nan­der großes Potenzial. Hil­festel­lung bi­etet hi­erzu das Exzel­len­z­clus­ter sowie das An­wen­der­net­zw­erk Pro­duk­tion­stech­nik Aachen Pro­te­ca, eine NRW-Ini­tia­tive für die Verbin­dung zwischen In­dus­trie und Forschung im re­gio­nalen Um­feld.

Dig­i­tal in NRW


Dig­i­tal in NRW ist ein weit­eres Stand­bein der I 4.0 in NRW. Das Kom­pe­tenzzen­trum für den Mit­tel­s­tand bereit­et dabei die The­men Dig­i­tal­isierung und Ver­net­zung gezielt für kleine und mittlere Un­terneh­men in NRW auf und un­ter­stützt diese mit 27 kosten­losen Ser­vice­baustei­nen ziel­gerichtet bei der Ein­führung dig­i­taler Pro­dukte und Prozesse. Das Ange­bot richtet sich so­wohl an Be­triebe, die bis­lang noch kein­er­lei Vor­er­fahrung in Sachen I 4.0 be­sitzen, als auch an Un­terneh­men, die schon er­ste Pro­jek­tideen im Blick haben. Im Vorder­grund ste­ht der Er­fahrungsaus­tausch: In­teressierte Un­terneh­men sollen mit aus­gewie­se­nen und er­fahre­nen Tech­nolo­gie-Ex­perten aus Forschung und In­dus­trie zusam­menge­bracht wer­den. Alle Ser­vices di­e­nen dazu, Tech­nolo­gien und Konzepte zu Dig­i­tal­isierung und I 4.0 greif­bar, er­leb­bar und konkret zu machen.
Das Zen­trum bün­delt die Ex­per­tise aus drei Wirtschafts- und Forschungs­s­tan­dorten in NRW und stellt sie durch An­sprech­part­n­er vor Ort zur Ver­fü­gung. Im Rhein­land ar­beit­en das Werkzeug­maschi­nen­la­bor WZL und das Forschungsin­sti­tut für Ra­tio­n­al­isierung FIR der RWTH Aachen an in­tel­li­gen­ter Pro­duk­tion­stech­nik. In der Metropole Ruhr sind das Fraun­hofer-In­sti­tut für Ma­te­rialfluss und Lo­gis­tik IML und der Ef­fizien­z­Clus­ter Lo­gis­tikRuhr Ex­perten für in­tel­li­gente Lo­gis­tik und Wertschöp­fungs­net­zw­erke. In Os­t­West­falen­Lippe bi­eten Hoch­schulen und Forschung­sein­rich­tun­gen des Spitzen­clus­ters it’s OWL Un­ter­stützung in den Bereichen in­tel­li­gente Au­to­ma­tisierung sowie in­tel­li­gente Pro­dukte und Pro­duk­tionssys­teme.

NRW – Hei­mat der In­dus­trie 4.0


NRW ist die Hei­mat der I 4.0 – Forschung, En­twick­lung, aber vor allem die Ver­net­zung von Wis­sen und Ideen prä­gen die Un­terneh­mens- und Wis­sen­schaft­s­land­schaft hi­erzu­lande. Nicht um­sonst sprach NRW-Wirtschafts­min­is­ter Gar­relt Duin bereist 2015 von „Köpfen, Ko­op­er­a­tion und Kap­i­tal“ als Ba­sis des Er­fol­gs von I 4.0 in NRW und zeich­nete dabei eine Wirtschaft, die – geprägt von der Dig­i­tal­isierung – zum Mo­tor der In­no­va­tion in Deutsch­land reifen kann. Wie passend zum 70-jähri­gen Ju­biläum unseres Lan­des, als sich damit doch zeigt, wie gut NRW für die Zukunft gerüstet ist.

An­dré Sarin | re­dak­tion@n­rw-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 2016