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Titelstory

Land der Vielfalt

In NRW arbeiten Städte, Gemeinden und Kreise zusammen, um ihre Regionen als Marken zu etablieren. Diese Gebiete verfügen über äußerst unterschiedliche Strukturen und Stärken.

Bild oben: Wilhelms Universität Münster

„Nor­drhein-West­falen braucht für seine Zukunft die Zu­ver­läs­sigkeit der Rhein­län­der, die Leichtigkeit der West­falen und die Großzügigkeit der Lip­per“, hat NR­Ws ehe­ma­liger Min­is­ter­präsi­dent Jo­hannes Rau ein­mal ge­sagt. Die un­ter­schiedlichen Men­tal­itäten di­en­ten schon so manch­es Mal als Vor­lage für hu­mor­volle Re­den, aber auch für kleine Sticheleien. Doch ger­ade diese Viel­falt zeich­net NRW aus: In Deutsch­lands bevölkerungs­reich­stem Bun­des­land trifft man auf reiche Kul­tur­land­schaften, Sport- und Freizeit­möglichkeit­en und jede Menge Grün; vor allem ist Nor­drhein-West­falen ein er­fol­greich­er Wirtschafts­s­tan­dort: NRW er­wirtschaftet im Bun­des­län­derver­gleich so­gar den größten An­teil am deutschen Brut­toin­land­spro­dukt – 2015 waren es 21,3 Prozent. Mit Blick auf den Kampf um Touris­ten, Bürg­er, Fach- und Führungskräfte ar­beit­en heute viele Orte zusam­men, um ge­mein­sam re­gio­nale Marken zu en­twick­eln. Dabei weisen diese Re­gio­nen äußerst un­ter­schiedliche Struk­turen, En­twick­lun­gen und Stärken auf.

Wilhelms Universität Münster
Wil­helms Uni­ver­sität Mün­ster

Dazu zählt beispiel­sweise Süd­west­falen, die dritt­stärk­ste In­dus­tri­ere­gion Deutsch­lands, die neben der Wirtschaft­skraft auch für ihre Na­turge­bi­ete bekan­nt ist. Di­rekt nebe­nan hat sich die Metropole Ruhr als ehe­ma­liger Mon­tan­raum zu ein­er starken In­dus­trie-, Di­en­stleis­tungs- und Forschungs­re­gion en­twick­elt. Das Mün­ster­land stellt nicht nur das be­liebteste Ta­tort-Team und bi­etet her­vor­ra­gen­des Fahr­rad­k­li­ma, son­dern gilt außer­dem als Re­gion des Mit­tel­s­tands. Es gren­zt an die Re­gion Os­t­west­falen-Lippe, die un­ter an­derem für den Teu­to­burg­er Wald, das Wie­hen- und Eggege­birge bekan­nt ist.

Eine große Viel­falt bi­etet übri­gens der Nied­er­rhein: Das Ge­bi­et zwischen Ruhrge­bi­et, den Nied­er­lan­den und der Lan­de­shaupt­s­tadt Düs­sel­dorf wird insbe­son­dere mit flachen Land­schaften und idyl­lisch­er Na­tur ver­bun­den. Nicht vergessen darf man aber die starke Wirtschaft. Die Ex­portquote liegt beispiel­sweise bei über 50 Prozent. Weit­er südlich, im Dreilän­dereck Deutsch­land-Bel­gien-Nied­er­lande, liegt die Re­gion Aachen, die mit den Hoch­schulen RWTH Aachen und FH Aachen als Tech­nolo­gie- und Wis­sens­s­tan­dort gilt. Die Nach­bar­re­gion Köln/Bonn zie­ht als Kul­tur-, Touris­mus-, Wirtschafts- und In­no­va­tion­s­re­gion Men­schen aus der ganzen Welt an. Di­rekt nebe­nan liegt der Kreis Mett­mann, der sich als Touris­mus­re­gion un­ter der Marke nean­der­land präsen­tiert und sich als Aus­flugsziel für Er­hol­ungs­suchende und Kul­tur­lieb­haber etabliert hat. Neben einem starken Mit­tel­s­tand sind hi­er namhafte Weltkonz­erne zu fin­d­en. Ver­voll­ständigt wird die NRW-Karte vom Ber­gischen Städt­e­dreieck, einem vi­tal­en In­dus­tri­e­s­tan­dort mit über­durch­sch­nittlich­er Pa­tent­dichte in ein­er von Wald und Flüssen durch­zo­ge­nen Mit­tel­ge­birgs­land­schaft.

Starkes Mitei­nan­der

RWTH Campus
RWTH Cam­pus

Doch nicht nur die Städte, auch die Re­gio­nen kooperi­eren: Das zeigt der Zusam­men­sch­luss von acht re­gio­nalen En­twick­lungs- und Mar­ketin­gor­gan­i­sa­tio­nen zur Ini­tia­tive re­gio­nen.NRW, die ei­nen in­ten­siv­en in­ter­re­gio­nalen Aus­tausch sowie ge­mein­same Ve­r­an­s­tal­tun­gen durch­führt und die Zusam­me­nar­beit mit der Lan­des­regierung vo­ran­treibt.
„Eine starke, wech­selvolle In­dus­triegeschichte und eine Land­schaft, die ge­nau diese Geschichte ent­ste­hen ließ – dafür ste­ht für mich Nor­drhein-West­falen“, sagt Bo­do Mid­del­dorf, Geschäfts­führ­er der Ber­gischen Struk­tur- und Wirtschafts-förderungs­ge­sellschaft, die Teil der Ini­tia­tive ist. „Es gibt kaum ein Bun­des­land, das so kon­tras­treich ist. Leben­sw­ert ist es aber insbe­son­dere we­gen sein­er Men­schen: Ein starkes Mitei­nan­der, Mul­i­tikul­tu­r­al­ität, en­er­gisch­er Zukunftswille und der Mut zu Neuem – das sind un­ter an­derem wichtige Bausteine für ei­nen sich ständig erneuern­den Wirtschafts-stan­dort.“

Jes­si­ca Hell­mann | re­dak­tion@n­rw-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 2016



WEITERE INHALTE

Gasometer in Oberhausen
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Wuppertaler Schwebebahn
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Mettmanner Altstadt
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Historisches Rathaus von Bielefeld
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Winterwanderweg im Sauerland
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Königsallee Düsseldorf
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Xanten am Niederrhein
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Münsterland: Nirgendwo in NRW arbeiten mehr Beschäftige in mittelständischen Betrieben. Nach Düsseldorf verzeichnet Borken in NRW die zweithöchste Zahl an mittelständischen Betrieben. 72 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungsbereich. Mit 4,9 Prozent verzeichnet das Münsterland die niedrigste Arbeitslosenquote in NRW. Interessanter Fakt am Rande: Sechsmal in Serie hat die Stadt Münster die Auszeichnung für das beste Fahrradklima in Deutschland erhalten.
Münsterland: Nirgendwo in NRW arbeiten mehr Beschäftige in mittelständischen Betrieben. Nach Düsseldorf verzeichnet Borken in NRW die zweithöchste Zahl an mittelständischen Betrieben. 72 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungsbereich. Mit 4,9 Prozent verzeichnet das Münsterland die niedrigste Arbeitslosenquote in NRW. Interessanter Fakt am Rande: Sechsmal in Serie hat die Stadt Münster die Auszeichnung für das beste Fahrradklima in Deutschland erhalten.
Niederrhein: In der Niederrhein-Region liegt die Exportquote bei mehr als 50 Prozent; das Bruttoinlandsprodukt beträgt 58 Mrd. Euro. Zu finden sind hier mehr als 120.000 Unternehmen – davon zehn Prozent ausländische – und 630.000 Beschäftigte. Vor allem die zentrale Lage macht den Standort beliebt: 16 Millionen Konsumenten sind in einem Radius von 100 km erreichbar. Infrastruktureller Mittelpunkt ist der Rhein: Entlang des Flusses befinden sich acht Häfen.
Niederrhein: In der Niederrhein-Region liegt die Exportquote bei mehr als 50 Prozent; das Bruttoinlandsprodukt beträgt 58 Mrd. Euro. Zu finden sind hier mehr als 120.000 Unternehmen – davon zehn Prozent ausländische – und 630.000 Beschäftigte. Vor allem die zentrale Lage macht den Standort beliebt: 16 Millionen Konsumenten sind in einem Radius von 100 km erreichbar. Infrastruktureller Mittelpunkt ist der Rhein: Entlang des Flusses befinden sich acht Häfen.
Aachen: Rund 55.000 vorwiegend mittelständische Unternehmen sind hier zu Hause. Insbesondere durch die Hochschulen RWTH Aachen und FH Aachen sowie durch eine technologieorientierte Unternehmensstruktur gilt die Region als Technologie- und Wissensstandort. Europaweit bekannt ist Aachen für seinen Weihnachtsmarkt, die Aachener Printen und natürlich den Aachener Dom, einst Herz Europas und heute Weltkulturerbe.
Aachen: Rund 55.000 vorwiegend mittelständische Unternehmen sind hier zu Hause. Insbesondere durch die Hochschulen RWTH Aachen und FH Aachen sowie durch eine technologieorientierte Unternehmensstruktur gilt die Region als Technologie- und Wissensstandort. Europaweit bekannt ist Aachen für seinen Weihnachtsmarkt, die Aachener Printen und natürlich den Aachener Dom, einst Herz Europas und heute Weltkulturerbe.
Neanderland: Da die Region zu 70 Prozent aus Naturflächen besteht, ist sie Anziehungspunkt für Touristen und Ausflügler. Zu den Highlights zählen u. a. das weltbekannte Neanderthal Museum und der kürzlich fertiggestellte neanderland Steig. 2015 lag die Zahl der Übernachtungen bei 962.539. Schon 2011 generierte der Tourismus im Neanderland einen Nettoumsatz von circa 348 Mio. Euro mit einer Wertschöpfung von rund 195 Mio. Euro. Zudem prägen ein starker Mittelstand und namhafte Weltkonzerne das Neanderland als Wirtschaftsstandort.
Neanderland: Da die Region zu 70 Prozent aus Naturflächen besteht, ist sie Anziehungspunkt für Touristen und Ausflügler. Zu den Highlights zählen u. a. das weltbekannte Neanderthal Museum und der kürzlich fertiggestellte neanderland Steig. 2015 lag die Zahl der Übernachtungen bei 962.539. Schon 2011 generierte der Tourismus im Neanderland einen Nettoumsatz von circa 348 Mio. Euro mit einer Wertschöpfung von rund 195 Mio. Euro. Zudem prägen ein starker Mittelstand und namhafte Weltkonzerne das Neanderland als Wirtschaftsstandort.
Ostwestfalen: Die Region im Nordosten von NRW zählt ebenfalls zu Deutschlands starken Wirtschaftsstandorten. Unternehmen wie Benteler, Bertelsmann, Dr. Oetker oder Schüco haben hier ihren Sitz. Die Region ist dank ihrer Erholungs- und Kulturräume auch als Ausflugsziel bekannt.
Ostwestfalen: Die Region im Nordosten von NRW zählt ebenfalls zu Deutschlands starken Wirtschaftsstandorten. Unternehmen wie Benteler, Bertelsmann, Dr. Oetker oder Schüco haben hier ihren Sitz. Die Region ist dank ihrer Erholungs- und Kulturräume auch als Ausflugsziel bekannt.
Metropole Ruhr: In der Metropole Ruhr leben über fünf Millionen Menschen; rund 60 Millionen sind innerhalb von drei Stunden erreichbar. Das Ruhrgebiet zählt ca. 155.000 Unternehmen, die einen Umsatz von rund 330 Mrd. Euro erwirtschaften (mehr als Berlin und Sachsen zusammen),  und weist ein höheres verfügbares Einkommen auf (19.377 Euro/Kopf) als Berlin (18.594 Euro/Kopf). Mit 22 Hochschulen und über 60 außeruniversitären Forschungseinrichtungen verfügt die Metropole Ruhr über die dichteste Hochschullandschaft der Republik.
Metropole Ruhr: In der Metropole Ruhr leben über fünf Millionen Menschen; rund 60 Millionen sind innerhalb von drei Stunden erreichbar. Das Ruhrgebiet zählt ca. 155.000 Unternehmen, die einen Umsatz von rund 330 Mrd. Euro erwirtschaften (mehr als Berlin und Sachsen zusammen), und weist ein höheres verfügbares Einkommen auf (19.377 Euro/Kopf) als Berlin (18.594 Euro/Kopf). Mit 22 Hochschulen und über 60 außeruniversitären Forschungseinrichtungen verfügt die Metropole Ruhr über die dichteste Hochschullandschaft der Republik.
Bergisches Städtedreieck: Im Städtedreieck Remscheid, Wuppertal, Solingen sind zahlreiche Familienunternehmen mit einer weit über 100-jährigen Geschichte beheimatet. Die Region verfügt zudem über eine überdurchschnittliche Patentdichte und über unzählige Weltmarktführer. 36 Prozent der regionalen Wertschöpfung entfallen auf das produzierende Gewerbe. Die Exportquote liegt bei rund 50 Prozent. Jedes zweite Auto auf der Welt hat Türscharniere, die in Remscheid entwickelt wurden.
Bergisches Städtedreieck: Im Städtedreieck Remscheid, Wuppertal, Solingen sind zahlreiche Familienunternehmen mit einer weit über 100-jährigen Geschichte beheimatet. Die Region verfügt zudem über eine überdurchschnittliche Patentdichte und über unzählige Weltmarktführer. 36 Prozent der regionalen Wertschöpfung entfallen auf das produzierende Gewerbe. Die Exportquote liegt bei rund 50 Prozent. Jedes zweite Auto auf der Welt hat Türscharniere, die in Remscheid entwickelt wurden.
Südwestfalen ist die drittstärkste Industrieregion Deutschlands und stärkste Industrieregion in NRW. 154 Europa- und Weltmarktführer sind dort mit ihren Produkten beheimatet. Typisch südwestfälisch: die oftmals familiengeführten, international agierenden Unternehmen, die in Nischenbranchen zu Hause sind. Der Märkische Kreis ist laut einer Studie der TU München der innovativste Kreis Deutschlands. Mit mehr als acht Millionen touristischen Übernachtungen sind Sauerland und Siegerland-Wittgenstein zudem wichtige Urlaubsdestinationen.
Südwestfalen ist die drittstärkste Industrieregion Deutschlands und stärkste Industrieregion in NRW. 154 Europa- und Weltmarktführer sind dort mit ihren Produkten beheimatet. Typisch südwestfälisch: die oftmals familiengeführten, international agierenden Unternehmen, die in Nischenbranchen zu Hause sind. Der Märkische Kreis ist laut einer Studie der TU München der innovativste Kreis Deutschlands. Mit mehr als acht Millionen touristischen Übernachtungen sind Sauerland und Siegerland-Wittgenstein zudem wichtige Urlaubsdestinationen.
Köln/Bonn: Als Kultur- und Tourismusregion zieht das Gebiet nicht nur wegen Dom und Karneval Besucher aus aller Welt an. Allein Köln verzeichnete im vergangenen Jahr 5,98 Millionen Übernachtungen. Köln/Bonn ist aber auch eine Wirtschafts- und Innovationsregion. Unternehmen wie Bayer, Deutsche Telekom und Deutsche Post haben hier ihren Sitz. Mit mehr als drei Millionen Einwohnern ist Köln/Bonn die zweitgrößte Region in NRW.
Köln/Bonn: Als Kultur- und Tourismusregion zieht das Gebiet nicht nur wegen Dom und Karneval Besucher aus aller Welt an. Allein Köln verzeichnete im vergangenen Jahr 5,98 Millionen Übernachtungen. Köln/Bonn ist aber auch eine Wirtschafts- und Innovationsregion. Unternehmen wie Bayer, Deutsche Telekom und Deutsche Post haben hier ihren Sitz. Mit mehr als drei Millionen Einwohnern ist Köln/Bonn die zweitgrößte Region in NRW.